The Other Objects – A New Behaviour

UNEXPECTED LESSONS in Nairobi

"The Other Objects" geht der Idee nach, dass der Rahmen der Objektbewegung über das dreidimensionale Artefakt hinaus erweitert werden muss und der öffentliche Raum, die konstruierte Umgebung als Objekte betrachtet werden müssen, auf die dieselben Kräfte der kolonialen Aneignung und Bewegung einwirken. Das Team aus Nairobi möchte die Öffentlichkeit dazu einladen, kenianische öffentliche Räume, Städte, Siedlungen und Gebäude mit undurchschaubaren, abwertenden oder unpassenden Etymologien umzubenennen. Die Ergebnisse dieser Beteiligung werden in Sitzung A ausgepackt. Sitzung B erforscht eine neue Reihe von Anwendungsfällen für das "Museumsobjekt" - jenseits des standardmäßigen institutionellen Drangs, zu konservieren, zu lagern, zu halten. Was bedeutet es, die Objekte zu benutzen, zu tragen, mit ihnen zu tanzen?

Das Kurator*innenteam von UNEXPECTED LESSONS in Nairobi geht von der Straße aus: vom gelebten Raum und den gelebten Erfahrungen des Publikums, das die Dekolonisierungsarbeit in seinem Alltag leisten muss. Als wesentliches Gleichgewicht und Erweiterung der akademischen und institutionellen Arbeit verschiebt dies auch den Fokus weg vom Museum als alleinigem oder primärem Akteur des Wandels. Afrikanische Objekte wurden nicht von Institutionen, sondern von Menschen entwendet: Jeder Prozess der Rückgabe von Objekten muss daher die Nachkommen dieser Menschen von Anfang an einbeziehen. Die Aufbewahrung dieser Objekte in europäischen Museen als historische Artefakte beraubt sie auch ihrer Funktionalität, Bedeutung und ihres Sinns. Das Programm will Wege finden, diese Objekte zu aktivieren, wiederzubeleben und im Alltag zu verorten.

Die Gefühle und Verletzungen der Menschen, denen die Objekte entzogen wurden, werden bei der Programmgestaltung selten berücksichtigt. Durch offene und ehrliche Diskussionen und Interaktionen wird das Kuratorenteam in Nairobi einander und den teilnehmenden Zuschauern Raum geben, die widersprüchlichen und unbequemen Wahrheiten anzuerkennen und vielleicht sogar zu verhandeln, die mit diesen herausfordernden Bemühungen einhergehen. 

Das Team von UNEXPECTED LESSONS in Nairobi wählte für seine Beiträge die Form von Video, künstlerischen Präsentationen und Performances, Schreiben und kollaborativem, spekulativem World-Building. Die Konzentration auf den gestreamten Bildschirm wird eine multidisziplinäre Untersuchung ermöglichen. 

Am ersten Tag von UNEXPECTED LESSONS in Nairobi findet eine 90-minütige Sitzung in drei Teilen statt, die sich um die Aussage "Dekolonisierungsarbeit = emotionale Arbeit" dreht. In Teil A präsentiert das Team eine Reihe von Vox-Pops mit Kenianern auf der Straße, die ihre Meinung zur Dekolonisierung und deren Bedeutung für sie äußern. Teil B (What I Felt / What I Said) packt die gegensätzlichen Worte und Gefühle aus, die die Dekolonisierungsarbeit in verschiedenen Projekten und Kontexten begleiten. Teil C präsentiert eine interaktive Live-Diskussion, die vom Nairobi-Team geleitet wird, gefolgt von einer Gelegenheit für das Publikum, sich mit Fragen, Kommentaren und Überlegungen zu beteiligen.

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UNEXPECTED LESSONS in Nairobi: The Other Object – A New Behaviour