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Teilnehmer:innen

TALKING OBJECTS LAB umfasst Ausstellungen, Think Tanks, Performances, Symposien und künstlerische Interventionen in Deutschland und auf dem afrikanischen Kontinent. Es entsteht ein wachsendes Netzwerk an Künstler*innen und Wissenschaftler*innen, vor allem vom afrikanischen Kontinent und aus den afrikanischen Diasporas in Europa. Hier die beteiligten Künstler*innen, Referent*innen und Moderator*innen der Veranstaltungen:

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© Portrait Aïcha Diallo, Photo: Ibrahima Thiam.

Aïcha Diallo

Aïcha Diallo ist seit November 2020 Leiterin für Bildung und Outreach am MINSK Potsdam. Als Kulturwissenschaftlerin, Pädagogin/Kunstvermittlerin und freie Autorin/Herausgeberin hat sie bei verschiedenen Projekten mitgewirkt. Diallo arbeitete mehrere Jahre als Redakteurin für das Kunstmagazin Contemporary And (C&) und kuratierte Ausstellungen und Veranstaltungen für das Off-Programm der Biennale Dak'Art. Sie war co-Projektleitung der KontextSchule, angesiedelt am Institut für Kunst im Kontext, Universität der Künste, Berlin. Sie arbeitete zudem u.a. für die panafrikanische Kulturplattform Chimurenga in Kapstadt, das Ausstellungsprojekt prêt-à-partager beim Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), war Mitbegründerin und Schauspielerin der Performance Plattform Label Noir und Mitherausgeberin des Magazins "Aperture" zur Ausgabe Platform Africa. Ihre Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind Trauma/Memory Studies, Critical Pedagogy und Postkoloniale Kritik. Sie ist Mitglied des bildungsLab*, einem Kollektiv von migrantischen Akademikerinnen* und Akademikerinnen* of Color, die im Bereich der kritischen Bildung und Vermittlung kommentieren, intervenieren und publizieren. Im Sommer 2021 erscheint der Sammelband Untie to Tie: Koloniale Fragmente im Kontext Schule, den Diallo zusammen mit Annika Niemann und Miriam Shabafrouz in Kooperation der ifa Galerie Berlin und der Bundeszentrale für politische Bildung herausgibt.
 
 

Alexander Ghedi Weheliye

Alexander Ghedi Weheliye ist Professor für African American Studies an der Northwestern University, wo er schwarze Literatur und Kultur, kritische Theorie, soziale Technologien und Populärkultur lehrt. Er ist der Autor von Phonographies: Grooves in Sonic Afro-Modernity (2005), Habeas Viscus: Racializing Assemblages, Biopolitics, and Black Feminist Theories of the Human (2014), Feenin: Black Music and Technology in the Now (in Vorbereitung). Derzeit arbeitet er an Black Life/SchwarzSein, das Schwarzsein als eine geschlechtslose Ontologie des Nicht-Zugehörens verortet. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Zeitschriften und den Sammelbänden Black Europe and the African Diaspora, The Oxford Handbook of Mobile Music Studies, Wie Rassismus aus Wörtern spricht: (K)erben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache, und re/visionen: Postkoloniale Perspektiven von People of Color auf Rassismus, Kulturpolitik und Widerstand in Deutschland. 

© Aleya Kassam

Aleya Kassam 

Aleya Kassam ist eine kenianische Feministin, Geschichtenerzählerin, Autorin und Performerin.  Sie experimentiert vielseitig; von der Seite zur Bühne, vom Bildschirm zum Sprecher, von der Mikrofiktion zum Gedächtnisgedicht, vom Doku-Theater zum partizipativen Filmemachen - sie liebt es, damit zu spielen, wie Menschen Geschichten erleben.
Ihre Texte wurden auf zahlreichen Plattformen und Bühnen auf der ganzen Welt aufgeführt und veröffentlicht, von Nairobi über Kigali bis Stuttgart. Sie ist die A in The LAM Sisterhood, die die Welt mit Geschichten für afrikanische Frauen füllt, damit sie sich gesehen, gehört und geliebt fühlen, wie zum Beispiel die preisgekrönte Bühnenshow Brazen.
Aleya stellt auch Performance-Schmuck und skurrile Samosas her.
 

© Ariella Aïcha Azoulay

Ariella Aïsha Azoulay

Professorin für Moderne Kultur und Medien und Vergleichende Literaturwissenschaft, Filmessayistin und Kuratorin von Archiven und Ausstellungen. Zu ihren Büchern gehören: Potential History - Unlearning Imperialism (Verso, 2019); Civil Imagination: The Political Ontology of Photography (Verso, 2012); The Civil Contract of Photography (Zone Books, 2008); From Palestine to Israel: A Photographic Record of Destruction and State Formation, 1947-1950, (Pluto Press, 2011); Co-Autor mit Adi Ophir. The One State Condition: Occupation and Democracy between the Sea and the River, (Stanford University Press, 2012). Ihre möglichen Geschichten, Archive und kuratorischen Arbeiten wurden an verschiedenen Orten gezeigt: Errata (Tapiès Foundation, 2019, HKW, Berlin, 2020), Enough! The Natural Violence of New World Order, (F/Stop photography festival, Leipzig, 2016), Act of State 1967-2007, (Centre Pompidou, 2016, Arquivo Municipal de Lisboa Fotografico, 2020); "The Natural History of Rape" (Pembroke Hall, Brown University, 2015); The Body Politic [in Really Useful Knowledge, kuratiert von What, How & for Whom / WHW], Reina Sofia, Madrid; When The Body Politic Ceases To Be An Idea, Exhibition Room - Manifesta Journal Around Curatorial Practices No 16 Potential History (2012, Stuk / Artefact, Louven), Untaken Photographs (2010, Igor Zabel Award, The Moderna galerija, Lubliana; Zochrot, Tel Aviv), Architecture of Destruction (Zochrot, Tel Aviv), Everything Could Be Seen (Um El Fahem Gallery of Art). Zu ihren Film-Essays gehören: Un-documented: Undoing Imperial Plunder (2019); Civil Alliances, Palestine, 47-48 (2012); I Also Dwell Among Your Own People: Conversations with Azmi Bishara (2004) & The Food Chain (2004).
 

© Azu Nwagbogu

Azu Nwagbogu

Azu Nwagbogu ist Gründer und Direktor der African Artists' Foundation (AAF), einer gemeinnützigen Organisation mit Sitz in Lagos, Nigeria, die sich der Förderung und Entwicklung zeitgenössischer afrikanischer Kunst und Künstler widmet. Darüber hinaus fungiert Nwagbogu auch als Gründer und Direktor des LagosPhoto Festivals. Von April 2018 bis August 2019 war Nwagbogu Interimsdirektor und Chefkurator des Zeitz Museum of Contemporary Art in Südafrika. Er gründete Art Base Africa, einen virtuellen Raum für das Erkunden von und Lernen über zeitgenössische Kunst vom afrikanischen Kontinent und der Diaspora. Nwagbogu sitzt in der Jury bedeutender Kunstpreise und Gremien wie dem Dutch Doc, POPCAP Photography Awards, World Press Photo, Prisma Photography Award (2015), Greenpeace Photo Award (2016), New York Times Portfolio Review (2017-18), W. Eugene Smith Award (2018), Photo España (2018), Lensculture und Magnum. Außerdem arbeitet Nwagbogu als unabhängiger Kurator und Kulturkritiker.
 

Ayesha Keshani

Ayesha Keshani ist Künstlerin, Museumsmitarbeiterin und Doktorandin in Visual Cultures an der Goldsmiths, University of the Arts London. In ihrer Forschungspraxis untersucht sie die Spannungen zwischen Kolonialität, Kosmos und Natur in südostasiatischen Naturkundemuseen. Mit Hilfe von Video, Ton, Bild und Text umkreist ihre Arbeit die Zwischenräume und vielfältigen Lebenswelten des Sarawak-Museums im malaysischen Borneo und die widerspenstigen Möglichkeiten einer kosmopolitischen Museologie inmitten einer planetarischen Krise.
 

© David Ausserhofer

Bénédicte Savoy

Bénédicte Savoy ist die Leiterin des Fachgebiets Kunstgeschichte der Moderne an der Technischen Universität Berlin. Seit 2016 hat sie zudem eine Professur am Collège de France in Paris für die Kulturgeschichte des künstlerischen Erbes in Europa vom 18. bis 20. Jahrhundert inne. Gemeinsam mit dem senegalesischen Wissenschaftler Felwine Sarr erstellte sie 2018 im Auftrag des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron den Bericht „Über die Restitution afrikanischer Kulturgüter“. Sie studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Paris und Berlin und wurde als Absolventin der Ecole Normale Supérieure mit einer Arbeit über Napoleons Kunstraub in Deutschland promoviert. Für ihre Forschung und ihre akademische Lehre erhielt sie viele Auszeichnungen, darunter der 2016 verliehene Gottfried Wilhelm Leibniz Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Sie ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie in diversen wissenschaftlichen Beiräten und Gremien. Sie hat zahlreiche Publikationen zu ihren Forschungsschwerpunkten Kunstraub und Beutekunst im globalen Kontext, transnationale Museumsgeschichte und Kulturtransfer in Europa veröffentlicht. Zuletzt erschien ihr Buch „Afrikas Kampf um seine Kunst. Geschichte einer postkolonialen Niederlage“.
 

© bethuel muthee

bethuel muthee

bethuel muthee ist ein Dichter, der in Nairobi, Kenia, lebt und arbeitet.
 

© Carey Baraka

Carey Baraka 

Carey Baraka ist ein Schriftsteller aus Kisumu, Kenia. Er singt für einen geheimen Chor in Nairobi.
 

© Carmen Mörsch

Carmen Mörsch

Carmen Mörsch (* 1968 in Kaiserslautern) ist Professorin für Kunstdidaktik an der Kunsthochschule Mainz, Johannes Gutenberg Universität. Sie arbeitet in der Lehre und Forschung an Geschichten, Konzepten und Praktiken der Kunstpädagogik aus einer queer-feministischen, postkolonialen und diskriminierungskritischen Perspektive. Gemeinsam mit ihren Kolleg*innen Constantin Wagner, Karin Bräu, Alexandra Klein und Yalız Akbaba betreibt sie das Graduiertenkolleg "Bildungsprozesse in der diskriminierungskritischen Hochschullehre" an der Johannes Gutenberg Universität Mainz (2021 – 2024). Sie ist Mitglied des Netzwerks „Another Roadmap for Arts Education“, das Kolleg*innen vereint, die gemeinsam die Schnittstellen von Bildung und Kunst in einer emanzipatorischen und dekolonisierenden Weise analysieren und weiterentwickeln möchten. Gemeinsam mit Nora Landkammer gibt sie die Buchreihe die Buchreihe «Studien zur Kunstvermittlung» heraus und bildet sie das Kollektiv e-a-r.

Caroline Gueye

Caroline Gueye ist eine senegalesische bildende Künstlerin. Sie ist im Senegal geboren und aufgewachsen und hat ihre Hochschulausbildung in Frankreich, den USA und China absolviert. Sie studierte Atmosphärenphysik, Strahlenschutz und nukleare Sicherheit an der Claude-Bernard-Universität, Astrophysik an der Tulane-Universität und Chinesisch an der Shanxi-Universität. Caroline ist seit ihrer Kindheit in ein künstlerisches Umfeld eingetaucht. Sie lebt im Senegal und reist oft nach Frankreich.

© Chao Tayiana Maina

Chao Tayiana Maina

Chao Tayiana konzentriert sich in ihrer Arbeit auf die Anwendung von Digitaltechnologie bei der Erhaltung und Verbreitung des afrikanischen Kulturerbes. Sie ist Gründerin von African Digital Heritage (Nairobi) und Mitbegründerin der Initiative „Open Restitution Africa“, sowie des Museum of British Colonialism. Chao Tayiana hat einen MSc in International Heritage Visualization von der University of Glasgow/School of Art und arbeitete für die Science Museum Group als Softwareentwicklerin für digitale Museumsexponate. Sie wurde mit dem Google Anita Borg Stipendium für Frauen in der Technologie ausgezeichnet. Chao Tayiana ist Teil des Kurator*innenteams des TALKING OBJECTS LAB.
 

© Che Applewaithe

Che Applewaithe

Che R. Applewhaite ist ein trinidadisch-britischer Schriftsteller, Filmemacher und Kulturarbeiter. Er engagiert sich international und interdisziplinär für eine Politik der Zeit, der Spezifität, der Beziehung und des kulturellen Prozesses. Sein Debüt-Kurzfilm, A New England Document, hatte seine Weltpremiere 2020 beim Sheffield Doc/Fest. Er hat für Publikationen wie das Harvard Magazine, das Open City Documentary Festival und das Millennium Film Journal geschrieben und für die Künstler-Filmemacher Christopher Harris und Ja'Tovia Gary, für das Harvard-Mindich Program for Engaged Scholarship und die Harvard Art Museums gearbeitet.
 

© Marina Ackar

Mahret Ifeoma Kupka

Dr. Mahret Ifeoma Kupka ist Kunstwissenschaftlerin, freie Autorin und seit 2013 Kuratorin für Mode, Körper und Performatives am Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. In ihren Ausstellungen, Vorträgen, Texten und interdisziplinären Projekten befasst sie sich mit den Themen Zukunft, Erinnerungskultur, Repräsentation und der Dekolonisierung von Kunst- und Kulturpraxis in Europa und auf dem afrikanischen Kontinent. Sie ist Beiratsmitglied der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V. und Sprecherin der Neuen Deutschen Museumsmacher*innen. Mahret Ifeoma Kupka ist Teil des Kurator*innenteams des TALKING OBJECTS LAB.
 

© El Hadji Malick Ndiaye

El Hadji Malick Ndiaye

El Hadji Malick Ndiaye ist Wissenschaftler am Institut Fondamental d’Afrique Noire (IFAN), Universität Cheikh Anta Diop in Dakar und Kurator des Museums Théodore Monod, sowie Generalsekretär von ICOM, Senegal. Er war im Leitungsteams der Dak'art 2018 und Kurator der Dak’art 2020. Als Theoretiker und Kurator beschäftigt sich mit zeitgenössischer Kunst, afrikanischem Kulturerbe, globaler Geschichte und afrikanischen Museumsinstitutionen; er lehrt Kunstgeschichte und African Cultural Heritage. Ndiaye promovierte in Kunstgeschichte an der Université Rennes II und ist Absolvent des National Institute of Heritage in Paris und des National Institute of Art History, Paris.
 

© Mona Namer

Elsa M’Bala

Elsa M'bala alias A.M.E.T., die zwischen Berlin und Yaoundé lebt, ist eine der wenigen weiblichen Klangkünstlerinnen afrikanischer Herkunft. Indem sie Technologie als ermächtigendes Werkzeug einsetzt und durch ihre eigenen scharfen Beobachtungen, erforscht sie die Zusammenhänge zwischen Rasse, Geschlecht, Technologie und Spiritualität weiter. Elsa M'bala zeigt uns, dass marginalisierte Körper und Stimmen durch gemeinsame Kollektivitäten (wieder) verbunden werden können. Darüber hinaus praktiziert Elsa M'bala seit 2019 auch als Massagetherapeutin. Elsa M'bala präsentierte ihre Texte und Musik bei verschiedenen Veranstaltungen in Europa und auf dem afrikanischen Kontinent: Centre d'art contemporain de Brétigny (F), Bandjoun Station (CMR), Engagement global (DE), Aperture Magazine (USA), Contemporary And (C&) (DE), New Art Exchange Nottingham (UK), Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) (DE), Goethe Institut Kamerun (CMR), Centre Culturel Français du Cameroun (CMR), Alte Oper Frankfurt (DE), Berlin Biennale (GE), da; augmented reality festival (DE), Dak'Art Biennale für zeitgenössische afrikanische Kunst (SEN), Heroines of Sound (DE), u.a..
 

Erik Stein

Erik Stein ist Softwareentwickler, Informationsarchitekt und Art Director in Berlin, Deutschland. Seit mehr als zwanzig Jahren arbeitet er in diesen Disziplinen mit dem Schwerpunkt auf Archiven, strategischem Website-Content-Management, Informationsarchitektur als Kunstform und dem Teilen und Bewahren von Wissen. Er war Mitbegründer des frühen Co-Working-Space Bootlab, der sich mit Netzkritik und kritischen Praktiken in Bezug auf neue Technologien befasst. Stein war auch Mitglied des Verlags und Veranstaltungsortes b_books collective. Er hat mit Universitäten, Zeitschriften, Kunstinstitutionen, Künstlern und Wissenschaftlern zusammengearbeitet, um webbasierte Datenbanken einzurichten, die Projekt- und Arbeitsgeschichte sowie Sammlungen und Archive unter technischen, theoretischen und ästhetischen Gesichtspunkten zugänglich machen; Dazu gehören das Haus der Kulturen der Welt Berlin, die wissenschaftlichen Sammlungen der Humboldt-Universität zu Berlin, RomArchive - das digitale Archiv der Roma, das Archiv der neuen Gesellschaft für bildende Kunst Berlin, das Harun Farocki Institut, das Cargo Journal/Website für Film, Medien, Kultur, die Zeitschrift Texte zur Kunst, das MARKK Museum am Rothenbaum sowie unter anderem die Künstlerinnen Pauline Boudry, Renate Lorenz und Natascha Sadr Haghigian. Stein studierte Philosophie in Berlin und Paris.

© Antoine Tempe

Felwine Sarr

Felwine Sarr ist ein senegalesischer Wissenschaftler und Schriftsteller, der 1972 in Niodior, auf den Saloum-Inseln, geboren wird. Er studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Orleans, wo er 2006 einen Doktortitel in Wirtschaftswissenschaften erhält. Als ordentlicher Professor und Inhaber einer Aggregation lehrt er seit 2007 an der Universität Gaston Berger in Saint-Louis. Seine akademische Forschung konzentriert sich auf Wirtschaftspolitik, Entwicklungsökonomie, Ökonometrie, Erkenntnistheorie und religiöse Ideengeschichte. Im Jahr 2010 wurde er mit dem Preis Abdoulaye Fadiga für Forschung in Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet. Im Jahr 2011 wurde er Dekan der Fakultät für Wirtschaft und Management der Universität Gaston Berger in Saint-Louis und Leiter der neuen Fakultät für Zivilisationen, Religionen, Künste und Kommunikation (CRAC) der gleichen Universität. Er ist Schriftsteller und hat mehrere Romane und Essays veröffentlicht. Als Musiker hat er bisher drei Alben veröffentlicht: »Civilisation ou Barbarie« (2000), »Les Mots du Récits« (2005) und Bassai (2007). Mit den Schriftstellern Boubacar Boris Diop und Nafissatou Dia ist er Mitbegründer des Verlags Jimsaan. Felwine Sarr ist außerdem Herausgeber der Zeitschrift Journal of African Transformation (CODESRIA-UNECA). 2016 organisierte er mit Achille Mbembé in Dakar und Saint-Louis die »Ateliers de la pensée«, die afrikanische und diasporische Intellektuelle und Künstler versammeln, um über die Transformationen der heutigen Welt nachzudenken.
 

Chef Kabui

Njathi Kabui ist ein vielseitiger Koch mit einer Leidenschaft für Ernährungsgerechtigkeit, ein führender Experte für Food Literacy, ein medizinischer Anthropologe und ein Biobauer. Er engagiert sich aktiv für die Förderung von Food Literacy als öffentlicher Redner, Blogger, Autor und sozialer Kommentator. Chefkoch Kabui sieht sich selbst als Biokoch, der absichtlich seine eigene disruptive Küche entwickelt hat. Er nennt diese Küche "Afro Futuristic Conscious Cuisine", die eine Mischung aus einheimischen und gesunden Lebensmitteln im Sinne von Souveränität, Gesundheit und Ernährungsgerechtigkeit fördert.
Er hat einen MA in Politikwissenschaft und Philosophie, einen Doppel-Master in Medizinischer Anthropologie und Urbaner Anthropologie und wurde am Centre of Green Studies (CCCC) in North Carolina zum Koch ausgebildet. Er hat außerdem Fachkenntnisse in den Bereichen Kompostierung, Gewürze und Lebensmittelpolitik im globalen Kontext erworben. Seine Arbeit wurde auch von der Diaspora-Gemeinschaft anerkannt, indem er zum Ehrenmitglied der Diaspora-Nationalversammlung als CS-Minister für Landwirtschaft und Ernährungssicherheit (2020-2022) ernannt wurde.
Chefkoch Kabui vertritt die Ansicht, dass das Beste der afrikanischen Küche in der Zukunft liegt. Er hat diese Küche an weit entfernten Orten wie Afrika, Europa, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten bekannt gemacht. Seine Küche wurde bei verschiedenen Veranstaltungen in Bildungseinrichtungen, Unternehmen, gemeinnützigen Organisationen und Botschaften diskutiert. Er lebt und arbeitet zwischen Kenai und den Vereinigten Staaten.

Franck Freitas-Ekué

Franck Freitas-Ekué promoviert in Politikwissenschaften an der Universität Paris-8 Vincennes - Saint-Denis (Frankreich). Seine Dissertation trägt den Titel "Black Bodies®: Genealogy of a racial identification through the commodification of the body“. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Politik der Repräsentation innerhalb des Black Atlantic und die Konstruktion Schwarzer Identitäten im Kontext der kapitalistischen Wirtschaft. Dieses Jahr war er Mitherausgeber von "Penser avec Stuart Hall". 

Gladys Kalichini

Gladys Kalichini ist eine zeitgenössische bildende Künstlerin und Forscherin aus Lusaka, Sambia. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen Begriffe wie Auslöschung, Erinnerung sowie Darstellungen und Sichtbarkeiten von Frauen in der Geschichte des kolonialen Widerstands.
Gladys ist derzeit Doktorandin an der Rhodes University in Südafrika und Mitglied des Forschungsprogramms Arts of Africa and Global Souths, unterstützt von der Andrew. W. Mellon Foundation und dem National Research Fund unterstützt wird.
Sie hat 2015 am Àsìkò International Art Programme in Maputo, Mosambik, und 2018 an der zweiten Auflage des Projekts "Women On Aeroplanes" in Lagos, Nigeria, teilgenommen, das unter dem Motto "Search Research: Looking for Collete Omogbai". Zu den ausgewählten Residenzen, an denen sie teilgenommen hat, gehören die Fountainhead Residency in Miami, USA, im Jahr 2017, das internationale Atelierprogramm Künstlerhaus Bethanien in Berlin, Deutschland, im Jahr 2019/2020, unterstützt von der KFW - Stiftung und das Dekoloniale Residenzprogramm, ebenfalls in Berlin.

Hamady Bocoum

Hamady Bocoum, geboren in Kanel im Nordosten des Senegal, ist Direktor des Institut Fondamental d’Afrique Noire an der Universität Cheikh Anta Diop und Direktor des Museums of Black Civilizations in Dakar. Zuletzt veröffentlichte er zusammen mit Roderick Mcintosh und Susan Keech Mcintosh „The Search for Takrur – Archaeological Excavations and Reconnaissance along the Middle Senegal Valley“ (Yale University Press, New Haven, 2017).

Harriet Chebet Ng’ok

Ich bin eine achtundvierzigjährige afrikanische Frau aus der Gemeinschaft der Kipsigis, die derzeit in Kenia lebt. Ich besitze ein Unternehmen mit dem Namen Harriet's Botanicals in Nairobi, Kenia, das sich auf afrikanische Pflanzen spezialisiert hat. Wir haben derzeit fünf Produkte: Arorwet (Menstruations- und Verdauungskräuter für erwachsene Frauen) und Tendwet (Prunus Africana und andere Kräuter für erwachsene Männer), Sagawaita für die Gesundheit der Atemwege, Busarek ab Lelaitich für die Darmgesundheit und ein Harriet's Botanicals Wellness Journal. Die vier Produkte stammen aus Sotik / Kapletundoh und Lelaitich, beide im Bezirk Bomet und anderen Teilen des Rift Valley in Kenia. Ich stamme aus diesen beiden Regionen, da die Heimat meiner Mutter Lelaitich und die meines Vaters Sotik ist. Das Projekt umfasst den Anbau von Heilkräutern und die nachhaltige Ernte und Vermehrung von Bäumen, Sträuchern und Büschen, um die Versorgung heutiger und künftiger Generationen sicherzustellen. Wir verwenden bis zu 50 verschiedene Kräuter für unsere Rezepturen. In dieser Eigenschaft arbeiten wir mit den Gemeinden in diesem Gebiet zusammen, die auch Mitbenutzer und Lieferanten des Rohstoffs sind. Wir sind auch bestrebt, Produkte aus der Maasai-Gemeinschaft zu entwickeln und sammeln wild geerntete und landwirtschaftlich angebaute Rohstoffe aus einem Gebiet namens Kisiriri in Mau Narok. Daher haben wir in diesem Gebiet ein Programm zur Einbindung der Gemeinschaft in die nachhaltige Ernte. An allen drei genannten Standorten nehmen bis zu 400 Personen an unseren Programmen zur Einbindung der Bevölkerung teil, die auch den Austausch von Informationen über die Kräuter und ihre anschließende Verwendung in der Stadt und in der Diaspora umfassen. Innerhalb dieser Gruppe gibt es 50 Kräuterpraktiker, von denen wir 20 für unsere Produkte und für den Aufbau eines kulturellen Archivs unter Vertrag haben. Wir haben mit diesen Gemeinschaften eine Bedarfsanalyse in Bezug auf die Kräutermedizin durchgeführt und potenzielle Standorte für Forschung und Ausbildung sowie für die Übersetzung kultureller und traditioneller Sprachen ermittelt. Zu den von uns verwendeten Kräutern gehören Arorwet (Kap-Esche), Tendwet (Prunus Africana), Sagawaita (Englischer Knauf) und Muarobainne (Neem).
Zuvor war ich als Finanzberater und Investmentbanker in London tätig, zuletzt mit Schwerpunkt auf Klimafinanzierung und Projekten für erneuerbare Energien. Ich habe für JPMorgan Chase, Goldman Sachs und die Financial Services Authority in London gearbeitet. Ich habe an der London School of Economics studiert und habe zwei Abschlüsse: LLB in Rechtswissenschaften im Handelsrecht und LLM in internationalem Bank- und Finanzrecht. Dadurch konnte ich viele Erfahrungen in den Bereichen Finanzmärkte, Compliance und Rechtsfragen in der Unternehmenswelt sammeln. Danach arbeitete ich in Kenia als Unternehmensberater und Projektleiter in den Bereichen erneuerbare Energien, erschwinglicher Wohnraum, Gesundheit und Wasser. Dadurch konnte ich Erfahrungen mit der Führung eines jungen Unternehmens, der Größe und dem Wachstum von KMU in Afrika sammeln.
Seitdem habe ich Patente, Urheberrechte und Warenzeichen erhalten, um meine Erfindungen und Formeln zu schützen. Mein Ziel ist es, einen Markt für pflanzliche Produkte aus Afrika vor Ort und in der Diaspora zu schaffen und nachhaltige Geschäftspraktiken im Zusammenhang mit Gemeinschaften und Umweltschutz zu entwickeln.
 

hn.lyonga

hn. lyonga ist ein Schwarzer, Queerer, genreübergreifende Autor und Kurator von Wörtern, Konzepten und Perspektiven, MA-Student der Amerikanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin, Mitbegründer der Black Student Union an der Humboldt-Universität, Mitglied des AK Museen und Sammlungen von Decolonize Berlin e.V. und des Kuratoriums von BARAZANI.berlin - Forum Kolonialismus und Widerstand, des Künstlerkollektivs Field Narratives, mit Interesse an Schwarzer spekulativer Literatur, Fixierung von Land als Infrastruktur und Storytelling als Akt der Erinnerungsrekonfiguration.

Ikal Aang’elei

Ikal ist eine Aktivistin für die Rechte indigener Gruppen, für soziale und ökologische Gerechtigkeit und Community-Organisatorin, die sich für die Einbeziehung indigener Gruppen, insbesondere von Frauen, in die Entscheidungsfindung und Führung in ihren Ländereien und Territorien einsetzt. Sie ist Direktorin und Programmleiterin von Friends of Lake Turkana (FoLT), einer Organisation, die sie mitbegründet hat. FoLT arbeitet mit und im Namen von Communities im Turkana-Becken, um kollektive soziale, wirtschaftliche, kulturelle, ökologische und territoriale Gerechtigkeit zu fordern. und die Beteiligung indigener Gemeinschaften zu fördern. Die Schwerpunkte sind: 1) Frauen in Führungspositionen - stärkere Beteiligung von Frauen an Entscheidungsprozessen; 2) Stärkere Einbindung der Communities in Haushalts-, Politik- und Entwicklungsprozesse; 3) Schutz des Turkana-Sees - Forderung nach einer besseren Bewirtschaftung des Ökosystems; 4) Wahrung von Land- und Umweltrechten. Ikal ist derzeit Doktorand am Fachbereich Geographie der Universität Leicester und hat einen Master in Public Policy am Fachbereich Politikwissenschaft der State University of New York (SUNY) Stony Brook sowie einen Bachelor an der Universität Nairobi.

© HU/Matthias Heyde

Ibou Diop

Ibou Coulibaly Diop ist Universitätslehrer und Wissenschaftler. Seit seinem Studium der Romanistik und Deutsch als Fremdsprache an der Universität Berlin und Potsdam beschäftigt er sich in seiner Forschung mit zeitgenössischer Literatur und insbesondere mit Fragen der Globalisierung. Seine Dissertation erschien unter dem Titel Mondialisation et monde des théories dans l'oeuvre de Michel Houellebecq (2018), Berlin: Frank & Timme Verlag. Seine aktuelle Forschung beschäftigt sich mit Theorien der Schwarzen Literatur, Transkulturalität und Kosmopolitismus. 2012 hat er La colère comme moteur de l'action politique dans la littérature noire de Césaire à Senghor veröffentlicht. In: L. Bauer & K. Reinke (Hrsg.), Colère - force destructive et potentiel créatif. Berlin: Frank & Timme Verlag und 2019 erscheint La Négritude: une déconstruction avant-gardiste d'être au monde, DeGruyter (forthcoming). Seine jüngsten Publikationen beschäftigen sich mit französischsprachiger Frauenliteratur und Negritude: Aminata Sow Fall un humanisme au féminin (erscheint demnächst), Lendemains, Tübingen : Narr Verlag und Les combattantes du quotidien (erscheint demnächst), Lendemains, Tübingen : Narr Verlag Derzeit bereitet er zusammen mit Susanne Gehrmann ein großes Projekt über das Archiv von Janheinz Jahn an der Humboldt-Universität vor.

Ibrahima Thiam

Ibrahima Thiam wurde 1976 in Saint Louis de Sénégal geboren und studierte Wirtschaftswissenschaften in Dakar. Nach einem Workshop, den das Goethe-Institut während des Monats der Fotografie in Dakar 2009 organisierte, entdeckte er seine Leidenschaft für die Fotografie. Als Autodidakt interessiert er sich für Erinnerungen, Archive, die afrikanische oral history sowie Mythen und Legenden. Ibrahima Thiam sammelt Bilder, von denen einige aus seinem Familienarchiv stammen, was dazu beiträgt, seine Vorstellungskraft zu formen. Seit einigen Jahren entwickelt er außerdem eine Praxis, die die Gottheiten der Lebu-Gemeinschaften beleuchtet. Seine Arbeiten wurden in mehreren nationalen und internationalen Gruppenausstellungen gezeigt, darunter: Raw Material Company, Dakar, Senegal, (2020), The View From Here: Contemporary Perspectives From Senegal, Zuccaire Gallery, SUNY Stony Brook University, New York, USA (2019), Gallery Eulenspiegel, Bale, Schweiz, (2017), Bronx University, New York, USA (2016) sowie Telling Time bei der 10. Ausgabe der Rencontres de Bamako, Biennale Africaine de la Photographie (2015). Er lebt und arbeitet zwischen Saint Louis und Dakar.

Jumana Manna

Jumana Manna ist eine bildende Künstlerin und Filmemacherin. In ihrer Arbeit untersucht sie, wie sich Macht artikuliert, und konzentriert sich dabei auf den Körper, das Land und die Materialität in Bezug auf koloniales Erbe und die Geschichte von Orten. Durch Bildhauerei, Filmemachen und gelegentliches Schreiben beschäftigt sich Manna mit den Paradoxien der Bewahrungspraktiken, insbesondere in den Bereichen Archäologie, Landwirtschaft und Recht. Ihre Arbeit befasst sich mit der Spannung zwischen den modernistischen Traditionen der Kategorisierung und Konservierung und dem widerspenstigen Potenzial der Zerstörung als integraler Bestandteil des Lebens und seiner Regeneration. Jumana ist in Jerusalem aufgewachsen und lebt in Berlin.

© Andreas Roth

Isabel Raabe

Isabel Raabe ist Kuratorin und Projektentwicklerin und lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte Zeitgenössischen Tanz und später Kulturmanagement und kuratierte zahlreiche interdisziplinäre internationale Kunst- und Kulturprojekte.  Sie interessiert sich für kuratorische und künstlerische Strategien, die westliche Perspektiven und Denktraditionen durchbrechen. Sie initiierte zuletzt das RomArchive – Digitales Archiv der Sinti und Roma, welches von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wurde, 2019 online ging und den European Heritage Award 2019 und den Grimme Online Award 2020 gewann. Isabel Raabe hatte die Idee zu TALKING OBJECTS, das aus dem TALKING OBJECTS LAB und dem TALKING OBJECTS ARCHIVE, einem digitalen Archiv für dekoloniale Wissensproduktion, das 2024 online gehen soll, besteht.
 

© Israel Kaunatjike

Israel Kaunatjike

Israel Kaunatjike wurde 1947 in Okahandja, dem Gedenkort der Herero, in Namibia geboren. Seit 1970 lebt er in Berlin. Als Herero-Aktivist engagiert er sich für die Anerkennung des Völkermordes an den Herero und Nama im damaligen Deutsch-Südwest-Afrika, heute Namibia. In Berlin ist er Mitglied des Bündnisses „Völkermord verjährt nicht“ und arbeitet mit Berlin Postkolonial e.V.
 
 
 

Kahira Ngige

Kahira Ngige ist Urbanist und interessiert sich dafür, wie Design die kulturelle Produktion beeinflusst und Städte formt. Seine Artikel sind im Avery Journal der Columbia University, in der New York Review of Architecture, in UD:ID der Graduate School of Design der Harvard University und in Publikationen des Goethe-Instituts erschienen. Darüber hinaus wurden Kahiras Fotografien in der Kirkland Gallery in Cambridge, MA, ausgestellt. Kahira hat einen Master-Abschluss in Stadtplanung von der Harvard University und lebt und arbeitet in Nairobi, Kenia.
 

Keguro Macharia

Keguro Macharia (Pronomen a/u/he) ist ein unabhängiger Wissenschaftler aus Nairobi, Kenia. Macharia erforscht in seiner wissenschaftlichen Arbeit das Verhältnis von Differenz und Freiheit in der Schwarzen Diaspora und konzentriert sich dabei besonders auf die Nahtstelle zwischen Afrika und der Afro-Diaspora. Macharia ist der Autor von Frottage: Frictions of Intimacy across the Black Diaspora (NYU Press, 2019), Gewinner des Alan Bray Memorial Prize 2020. Weitere Texte sind in Brick, GLQ, Research in African Literatures, Callaloo, Critical Arts, The Cambridge Companion to Queer Studies und The Queer African Reader erschienen. Macharia bloggt unter gukira.wordpress.com und ist auf Twitter als @keguro zu finden.
 

LAM Sisterhood

LAM Sisterhood ist ein preisgekröntes Content-Studio, das die Welt mit Geschichten füllt, in denen sich afrikanische Frauen gesehen, gehört und geliebt fühlen. Von der Produktion eines Kinderpodcasts "KaBrazen - Unsere reichen Geschichten für unsere Kleinen" bis hin zur Lehre ihrer einzigartigen kollaborativen Schaffensmethoden in Stanford, NYU umfassen ihre multimedialen Arbeiten mehrere Disziplinen wie Film, Bühne, Audio-Storytelling und Erlebnistheater.
 

Lucky 3

Lucky 3 (gegründet 2019) ist ein Kollektiv, das von Darren Mark, Dýrfinna Benita Basalan und Melanie Ubaldo, isländischen Künstlern mit philippinischen Wurzeln, gegründet wurde. 
Als bestenfalls unzuverlässige Erzähler sprechen unsere Stimmen von der Diaspora - von Menschen, die mit ständiger Vertreibung, Renovierung und der Rettung des Erbes angesichts des kulturellen Verlusts konfrontiert sind. Mit einer unverblümten Ehrlichkeit und Verletzlichkeit befasst sich das Kollektiv mit Themen wie der Erfahrung philippinischer Einwanderer in Island, Vertreibung und Rassismus, aber nicht nur damit.
Foto: Snædís Malmquist Einarsdóttir

© Magnus Elias Rosengarten

Magnus Elias Rosengarten

Magnus Elias Rosengarten ist Schriftsteller, Autor, Kulturjournalist, Interviewer und Künstler. Er beschäftigt sich vornehmlich mit Performance, Film / Video und den komplexen Beziehungen zwischen Körper und Raum im zeitgenössischen Kunstkontext. Zentrale Fragen seiner Auseinandersetzungen sind: Welche Räume machen aus den einen Körpern ein Politikum und aus den anderen nicht? Wer hat die Macht Körper zu definieren und welche Realitäten werden dahingehend konstruiert? Die Arbeit schöpft aus den reichhaltigen Wissensarchiven und knowledge systems der globalen afrikanischen Diaspora. Nicht-westliche Epistemologien sind Grundpfeiler und Handwerkszeug seines Schaffens, insbesondere, wenn es um die Aufgabe geht Körper und Narrative, die sich immerwährend in der Diaspora bewegen, kontinuierlich sichtbar zu machen. Dabei zeigt sich inwiefern menschliche Berührung, Zuwendung und Heilung diesen Prozess begünstigen. Er schloss sein Studium der Amerikanistik und Regionalstudien Asien/Afrika an der Humboldt- Universität zu Berlin ab und absolvierte anschließend einen Master in Performance Studies an der New York University, Tisch School of the Arts, mit Auszeichnung. Magnus Elias Rosengarten hat u.a. gearbeitet und publiziert bei: Deutsche Welle, arte/ZDF, rbb, WDR, ContemporaryAnd Magazine (C&), Berlin Biennale, 1:54 Art Fair London, Ballhaus Naunynstraße, International Film Festival Berlin, Hemispheric Institute for Performance and Politics at NYU, NYU Department of Performance Studies, Kraine Theatre NYC, La Mamma NYC, Brooklyn Arts Exchange, Triple Canopy Magazine, und Yellow Pages Institute of Contemporary Art Los Angeles.
 
 

Mamarame Seck

Dr. Mamarame Seck ist Wissenschaftler am Fundamental Institute of Black Africa (IFAN), in der Abteilung für afrikanische Sprachen und Zivilisationen, genauer gesagt im Sprachlabor. Außerdem ist er Kurator des Historischen Museums von Gorée.
Dr. Seck promovierte an der Universität von Florida in den Vereinigten Staaten, wo er einige Jahre lang lehrte, bevor er zum IFAN kam. Er ist der Autor mehrerer Veröffentlichungen, von denen die jüngste ist: Youssou Ndour: A Cultural Icon and Leader in Social Advocay (2020), erschienen bei Peter Lang, New York.
Dr. Mamarame Seck interessiert sich für die Sprache und den Diskurs der Wolof, die mündlichen Produktionen der Sufis in Westafrika und die senegalesische Kultur und Gesellschaft. Seine jüngsten Untersuchungen konzentrieren sich auf das Manuskript und die senegalesischen Ursprünge des muslimischen Sklaven Omar Ibn Said, der 1807 gefangen genommen und nach Charleston, North Carolina, USA, deportiert wurde.
 

© Dorothea Tuch

Nathalie Anguezomo Mba Bikoro

Anguezomo Mba Bikoro verschmilzt Archäologie, Klangradio, Schrift, Textilien, Skulptur, Live-Kunst-Performances, Film und Archive zu immersiven Installationen. Ihre Arbeit analysiert Prozesse der Macht & Wissenschaftsfiktionen in historischen Archiven, und setzt sich kritisch mit Migrationskämpfen und kolonialer Erinnerung auseinander. Die Künstlerin schafft Umgebungen für alternative Narrative und Zukunfts- spekulationen kolonialer Widerstandsbewegungen, die von afrikanischen Frauen der deutschen Diaspora und indigenen Gemeinschaften initiiert und geleitet wurden. Sedimentiert in Erzählungen von testimonialen Black-Queer-Erfahrungen von sonischen Naturarchiven, Revolte, queering ecologies und postkolonialen feministischen Erfahrungen hin zu neuen Denkmälern, die auf die unterschiedliche Töne und Stimmen von Gesellschaften zwischen Wahn und Ritual reagieren. Ihre Arbeit bietet komplexe nicht-binäre Lesarten, die neue Untersuchungen über die Architekturen von Rassismen in Städten, die Archäologien urbaner Räume und Ökonomien traditioneller Systeme vorantreiben, indem sie die Grenzen von Technologien als funktionale Aufzeichnung von Erinnerung aufdecken.
 

© Emmanuel Nemo

Natasha A. Kelly

Natasha A. Kelly ist promovierte Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin mit einem Forschungsschwerpunkt auf Kolonialismus und Feminismus. Die in Großbritannien geborene und in Deutschland aufgewachsene Autorin, Kuratorin und Dozentin hat an zahlreichen Universitäten in Deutschland und Österreich gelehrt. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterforschung der Humboldt-Universität zu Berlin (2010 - 2013) beschäftigte sie sich mit der Dekolonialität von Wissen, Macht und Wesen. In ihren Publikationen z.B. Afroism (2008), Sisters & Souls (2015), Afrokultur (2016) und in ihren kreativen Arbeiten z.B. EDEWA (2010 - 2018), Giftschrank (Deutsches Historisches Museum, 2016/2017, Museum Schöneberg 2017) und African_Diaspora Palast (Weltausstellung_Reformation, Wittenberg 2017) verbindet sie Theorie und Praxis an der Schnittstelle von Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft. Darüber hinaus ist sie seit mehreren Jahren für die Schwarze Deutsche Community aktiv. Neben ihrer Beratungstätigkeit für verschiedene Kunstinstitutionen war sie künstlerische Leiterin der Theaterreihe M(a)y Sister, die von 2015 bis 2018 am HAU Hebbel am Ufer Theater in Berlin aufgeführt wurde. Ihr preisgekrönter Debütfilm Milli's Awakening (2018) wurde von der 10. Berlin Biennale in Auftrag gegeben und im In- und Ausland gezeigt, u.a. im Museum für Moderne Kunst MMK Frankfurt, in der Bundeskunsthalle Bonn, im Kirchner Museum Davos sowie an Spielstätten in ganz Europa, Australien und in den USA. Ihr jüngstes Buch ist eine Sammlung deutscher Übersetzungen grundlegender Schwarzer Feministinnen (von Sojourner Truth bis Kimberlé Crenshaw) und bildet den Auftakt zu einer neuen Reihe von Black Feminist Readers, die im Unrast Verlag Münster erscheinen.
 

Nana Oforiatta Ayim

Nana Oforiatta Ayim ist Autorin, Filmemacherin und Kunsthistorikerin und lebt und arbeitet in Accra, Ghana. Sie ist Gründerin des ANO Institute of Arts and Knowledge, mit dem sie Pionierarbeit für eine panafrikanische Kulturenzyklopädie und ein mobiles Museumsprojekt geleistet hat und Ghanas ersten Pavillon auf der Biennale in Venedig kuratiert hat. 2019 erscheint ihr erster Roman The God Child bei Bloomsbury, 2021 bei Penguin auf Deutsch. Sie hat preisgekrönte Filme für Museen wie Tate Modern, LACMA und The New Museum gedreht und unterrichtet einen Kurs über Geschichte und Theorie an der Architectural Association in London. Sie ist Trägerin verschiedener Auszeichnungen und Ehrungen und wurde von Apollo als eine der "40 unter 40", von The Africa Report als eine der 50 African Trailblazers, 2017 als Quartz Africa Innovator, 2016 als eine von 12 afrikanischen Frauen, die Geschichte schreiben, und von Okayafrica als eine der 100 Frauen des Jahres 2020 ausgezeichnet. Sie erhielt 2015 den Art & Technology Award des LACMA; 2016 den AIR Award, der "außergewöhnliche afrikanische Künstler ehren und feiern soll, die sich der Produktion provokativer, innovativer und sozial engagierter Arbeiten verschrieben haben"; 2018 ein Soros Arts Fellowship, war 2018 Global South Visiting Fellow an der Oxford University, wurde 2020 in den Beirat des Kulturprogramms der Oxford University berufen, war Principal Investigator des Programms Action for Restitution to Africa und ist derzeit Sonderberaterin des ghanaischen Ministers für Tourismus, Kunst und Kultur für Museen und Kulturerbe.

Neo Musangi 

Neo Sinoxolo Musangi liest, schreibt und sucht in Olkejuado, Kenia. Ihr Arbeitsleben dreht sich um Ungewissheit, Scheitern, Erinnerungsbildung und die alternativen Artikulationen einer queeren Weltgestaltung durch biografische Vernaculars.
 
 

Nic Omuindo Nic Omundo

Nic Omundo

Nicodemus Omundo ein Koch-, Autor und Aktivist mit zehn Jahren Erfahrung. Nic sieht und nutzt Lebensmittel als ein mächtiges Werkzeug, um einige der größten Probleme der Menschheit im Zusammenhang mit Lebensmittelsystemen zu lösen. Er ist der Mitbegründer von Organic Life Limited, ein agrartechnisches Sozialunternehmen mit Sitz in Nairobi, Kenia, das Kleinbauern befähigt, ihre Erträge und Gewinne durch gute landwirtschaftliche Praktiken zu steigern. Derzeit konzentriert er sich auf die Verringerung von Lebensmittelverlusten und -verschwendung in der Lieferkette von Agrarnahrungsmittelsystemen und baut ein Wissenskollektiv auf, das Gespräche und Maßnahmen zur Bewältigung dieses massiven Problems im Lebensmittelsystem fördern soll. Er ist der Autor von zwei Büchern: Organic Life's Guide to Concoctions und Minimal Eats - A manifesto for the Anthropocene. Er ist außerdem 2022 East Africa Acumen Fellow und 2021 Alumnus des Future Food Institute. (Italien). Nic glaubt an die Kraft kollektiver Wirkung, Verbindung und Zusammenarbeit und ist Mitglied verschiedener Organisationen, die sich für nachhaltige Lebensmittelsysteme einsetzen, wie z. B. das Chef's Manifesto (UK), Social Gastronomy Movement (Br), Route to Food Initiative (KE). Von Zeit zu Zeit veranstaltet Nic private Verköstigungen, um das Bewusstsein für pflanzliche Mahlzeiten zu schärfen.

© Njoki Ngumi

Dr. Njoki Ngumi

Dr. Njoki Ngumi ist Autorin und feministische Denkerin. Sie war im privaten und öffentlichen Gesundheitssektor in Kenia tätig und ist heute Mitglied von The Nest Collective, sowie Koordinatorin für Lernen und Entwicklung für HEVA – Afrikas ersten Businessfonds für Kreativwirtschaft. Ihr besonderes Interesse gilt er Arbeit mit Jugendlichen, Frauen und Minderheiten, öffentlicher Bildung und und sozioökonomische Gleichberechtigung. Mit The Nest war sie zuletzt am International Inventories Programme beteiligt. Njoki Ngumi ist Teil des Kurator*innenteams des TALKING OBJECTS LAB.
 

Nnenna Onuoha

Nnenna Onuoha ist eine visuelle Anthropologin und Filmemacherin, deren Praxis von ihrem ghanaisch-nigerianischen Erbe sowie von ihrem Hintergrund in Geschichte, Anthropologie und Kino geprägt ist. Ausgehend von der historischen Ausgrenzung und der fortwährenden Verharmlosung schwarzer Erfahrungen dokumentiert, archiviert und reimaginiert sie in ihrer Forschung und audiovisuellen Arbeit das Leben und Vermächtnis afrodeszenter Menschen in Westafrika, Europa und den USA. Ihre jüngste Ausstellung "Cartographies of Care" mit Edna Bonhomme bei alpha nova & galerie futura in Berlin (2020) untersuchte die Begegnungen Schwarzer Frauen und nicht-binärer Menschen in Berlin mit dem Gesundheitswesen, wobei sie sich nicht nur auf die Erfahrungen mit medizinischem Rassismus konzentrierte, sondern auch erforschte, wie sie durch gemeinschaftliche und indigene Praktiken Pflege und Heilung finden. Nnenna Onuoha ist Kuratorin des Online-Filmprogramms für UNEXPECTED LESSONS.

Noémi Michel

Noémi Michel ist eine antirassistische und feministische Wissenschaftlerin, Aktivistin und Kulturschaffende. Sie ist Dozentin für politische Theorie am Departement für Politikwissenschaft der Universität Genf und unterrichtet regelmäßig an der Haute Ecole d'Art et de Design (HEAD) - Genève.  Sie ist Mitglied der European Race and Imagery Foundation (ERIF) und des Collectif Faites des Vagues (mit Sitz in Genf). An der Schnittstelle zwischen Theorie und künstlerischen und kollektiven Experimenten ist ihre Arbeit im kritischen Schwarzen Denken verwurzelt. Sie erforscht derzeit unterschiedliche Auffassungen von Antirassismus in öffentlichen Debatten und Institutionen in Europa sowie diasporische schwarze feministische Theorien der politischen Stimme. Ihre jüngsten Arbeiten wurden in Mirà (Nouveau Musée National de Monaco), Darkmatter Journal, Critical Horizons und Postcolonial Studies veröffentlicht. Zu ihren jüngsten künstlerischen Kollaborationen gehören die Radiosendereihe "la politique de la voix" (Radio 40) und eine theatralische "Talkshow" über das (post)koloniale Imaginäre der Schweiz, die am Festival de la Cité (Lausanne, Schweiz) aufgeführt wurde.

© Nora Landkammer, Vienna 2017.

Nora Landkammer

Nora Landkammer ist Kunstvermittlerin und forscht zu diesem Arbeitsfeld mit Schwerpunkt auf Rassismus- und Kolonialismuskritik in der Bildungsarbeit und in Kulturinstitutionen. Sie war in diversen Kulturinstitutionen in der Vermittlung tätig und bis 2019 stv. Leiterin des Institute for Art Education an der Zürcher Hochschule der Künste. Ihre Dissertation untersuchte Vermittlung in ethnologischen Museen in dekolonisierender Perspektive. Im Projekt TRACES-Transmitting Contentious Cultural Heritages with the Arts (2016-2019) arbeitete sie zur Vermittlung von konfliktbehaftetem Kulturerbe. Lehrtätigkeiten an der Abteilung Kunst und Kommunikative Praxis, Universität für Angewandte Kunst Wien; dem Master Curatorial Studies, Zürcher Hochschule der Künste und am Institut für das künstlerische Lehramt, Akademie der Bildenden Künste Wien. Aktuell ist sie Vertretungsprofessorin für Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste München. Sie ist aktiv im Kollektiv EAR (e-a-r.net) sowie im internationalen Netzwerk Another Roadmap for Arts Education.
 

Onyeka Igwe

Onyeka Igwe ist eine Künstlerin und Forscherin, die zwischen Film und Installation arbeitet, geboren und ansässig in London, UK. In ihrer Arbeit wird Onyeka Igwe von der Frage angeregt: Wie leben wir zusammen? - mit besonderem Interesse an der Art und Weise, wie die sensorischen, räumlichen und nicht-kanonischen Wege des Wissens Antworten auf diese Frage geben können. Sie verwendet Verkörperungen, Archive, Erzählungen und Texte, um strukturelle 'Achterfiguren' zu schaffen, eine Form, die eine Vielzahl von Erzählungen freilegt. Die Arbeit umfasst das Entflechten von Strängen und Fäden, verankert durch einen rhythmischen Schnittstil, sowie eine große Aufmerksamkeit für die Dissonanz, Reflexion und Verstärkung, die zwischen Bild und Ton auftritt. Onyeka ist Teil von B.O.S.S., einem Soundsystem-Kollektiv, das eine Gemeinschaft von queeren, trans- und nicht-binären People of Color zusammenbringt, die sich mit Kunst, Sound und radikalem Aktivismus beschäftigen. Ihre Arbeiten wurden in Großbritannien und international auf Filmfestivals und in Galerien gezeigt. Sie wurde mit dem New Cinema Award beim Berwick Film and Media Arts Festival 2019 und dem 2020 Arts Foundation Fellowship Award for Experimental Film ausgezeichnet.
 

Peggy Piesche

Peggy Piesche, ist eine Schwarze deutsche Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, transkulturelle Trainerin für Intersektionalität, Diversität-Inklusion, Rassismus- und Machtkritik sowie für kritische Weißseinsreflexion. In der BpB leitet sie den Fachbereich „Politische Bildung und plurale Demokratie“ mit den Schwerpunkten Diversität, Intersektionalität und Dekolonialität.
 

© Rosie Olang

Rosie Olang

Rosie Olang ist Autorin und bildende Künstlerin und lebt in Nairobi, Kenia. Ihr aktuelles künstlerisches Interesse gilt Zines, Kunstbüchern und unkonventionellen Buchstrukturen als eine Möglichkeit, das Publizieren neu zu denken und zu erforschen. Sie untersucht, welche neuen Formen möglich sind, wenn man Poesie, Literatur und bildender Kunst miteinander verwebt. Sie hat für das National Museum of Women in the Arts, Women's Studio Workshop, Enkare Review und A LongHouse geschrieben und arbeitet als Programmmanagerin am Nairobi Contemporary Art Institute.
 

Ruth Nyambura

Ruth Nyambura ist eine kenianische Feministin und Organisatorin, deren Forschungsinteressen sich vor allem auf die politische Agrarwirtschaft/Ökologie in Afrika und anderen Teilen des globalen Südens. Vor kurzem beendete sie ihre Amtszeit als globale Koordinatorin der Hands off Mother Earth Campaign (HOME) - einer globalen Bewegung, die von über 200 Basisorganisationen unterstützt wird und sich gegen Geoengineering-Technologien sowie andere falsche Lösungen für die Klimakrise wehrt. Zuvor arbeitete Nyambura als Leiterin der Interessenvertretung und Kommunikation für das African Biodiversity Network (ABN), einem der Gründungsmitglieder und ersten Gastgeber der Alliance for Food Sovereignty in Africa (AFSA).
Nyambura hat sich ausführlich mit verschiedenen Aspekten der aktuellen landwirtschaftlichen Veränderungen in Afrika befasst, wobei sich ihre Arbeit auf die ideologischen Grundlagen der "Neuen Grünen Revolution in Afrika" und ihre Verbindungen zu philanthrokapitalistischen Organisationen wie der Gates-Stiftung und der Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA) konzentriert. Ruths Forschung analysiert auch die sich rasch verändernden politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen auf dem Kontinent in Bezug auf die biologische Sicherheit und die handelsbezogenen Aspekte der Rechte des geistigen Eigentums (TRIPS), die nicht nur die Rechte von Kleinbauern und -bäuerinnen auf die Verwendung ihres traditionellen/indigenen Saatguts kriminalisieren, sondern auch den Raum für ausländische Agrarkonzerne auf dem Kontinent öffnen. Ruth Nyambura ist Mitglied des Kollektivs No REDD in Africa (NRAN), das sich gegen waldbezogene Kohlenstoffmärkte wendet und die Auswirkungen dieser Systeme auf lokale Gemeinschaften in Afrika dokumentiert.
Nyambura ist die Gründerin und Vorsitzende des African Ecofeminist Collective. Sie ist auch Vorstandsmitglied des Climate Justice Fund (CJF) und des Blue Planet Project (BPP). Ruth Nyambura hat einen LL.M. in vergleichendem Recht, Wirtschaft und Finanzen von der Universität Turin (UNITO), Italien, und war Richterin am Internationalen Gerichtshof für die Rechte der Natur.

Sigridur Thorgeirsdottir

Ich bin Professorin für Philosophie an der Universität von Island. Ich habe in Boston und Berlin Philosophie studiert und über die Philosophie von Nietzsche promoviert. Ich forsche weiterhin über Nietzsche, habe mich aber auch mit feministischer und Umweltphilosophie beschäftigt. Ich interessiere mich für die Schnittstelle zwischen der Philosophie des verkörperten Lebens und der Phänomenologie und habe an der Beziehung zwischen Nietzsches Philosophie und den Philosophien von Arendt, Beauvoir, Irigaray und Butler gearbeitet. Die Frage der Verkörperung ist eine der wichtigsten philosophischen Entdeckungen des 20. Jahrhunderts, und Nietzsche als Philosoph des Körpers und feministische Philosophien des Körpers haben den Grundstein für die Idee des menschlichen Wesens als verkörpert und damit relational, kontextabhängig und daher in einem tieferen Sinne individuell gelegt. Innerhalb des feministischen Denkens habe ich mich für transnationale Themen interessiert, da ich zu den Gründern und ersten Vorsitzenden des Vorstands des GEST-Programms der Universität der Vereinten Nationen in Island (jetzt Unesco, www.grocentre.is/gest) gehörte. Ich gehörte zu der Gruppe, die die nordischen Sommerschulen für Gender und Philosophie leitete. Derzeit arbeite ich an einem Buchprojekt über die Philosophie des Körpers als Leiterin des internationalen Forschungsprojekts Embodied Critical Thinking (www.ect.hi.is) und von "Training Embodied Critical Thinking", einem von Erasmus+ finanzierten Ausbildungsprogramm für Methoden des verkörperten kritischen Denkens. Letztlich geht es um verkörpertes philosophisches Denken als transformatives Wissen, als Wissen, das uns verändert, und als eine Denkweise, die in Zeiten der ökologischen Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert sind, notwendig ist. Weibliche Weisheit ist ebenfalls Teil dieser transformativen Kraft, aber einer meiner Forschungsbereiche ist der Beitrag von Denkerinnen zur Geschichte der Philosophie. Kürzlich war ich Mitherausgeberin einer Aufsatzsammlung über die Methodik des Studiums von Frauen in der Geschichte der Philosophie, und ich habe drei Kalender mit kurzen Einträgen über Philosophinnen von den Anfängen der Philosophie bis zur Gegenwart veröffentlicht, einen davon für den Weltkongress der Philosophie 2018 in Peking als Vorsitzende des Ausschusses für Genderfragen der FISP, die den Weltkongress sponsert. Ich interessiere mich für Politik in einem globalen Sinne, aber meine Politik zielt derzeit sehr darauf ab, das Feld und die Disziplin der Philosophie selbst im Lichte des feministischen Wissens zu transformieren. Ich glaube nämlich, dass das verkörperte philosophische Denken viel zur Bildung im Allgemeinen beitragen kann, und zu diesem Zweck habe ich die von Eugene Gendlin und im Rahmen der Mikrophänomenologie entwickelten Methoden des verkörperten philosophischen Denkens gelernt und erforscht. Und ja: Die akademische Philosophie ist ein Bereich, der sowohl professionell als auch persönlich ist, denn in der Philosophie müssen wir unsere eigenen Labore sein.
 

© Portrait Stefanie-Lahya Aukongo, Photo: Schwarzrund

Stefanie-Lahya Aukongo

Lahya (Stefanie-Lahya Aukongo) ist eine schwarze intersektionale Künstlerin, Autorin, Dichterin, Kuratorin, Multiplikatorin, Sängerin, Teamerin, Fotografin und Aktivistin, deren Kunst und Arbeit ihre sozialen Realitäten und Identitäten reflektiert. Lahyas Leben dreht sich um Moleküle der Realität, die sie liebevoll, aber auch kritisch (neu) arrangiert und in Gesang, Malerei, Collage, Performance, Fotografie und_oder Poesie verpackt. Ihr Ziel ist Heilung und/oder transformative Praktiken. Lahya weiß, dass der Akt, Freude zu verkörpern und die Geschichte in ihren eigenen Worten zu erzählen, Freiheitsarbeit ist. Es ist ein Weg, Raum zu halten und Raum zu nehmen. 
Seit 2014 kuratiert und moderiert Lahya das monatliche Spoken-Word-Event "One World Poetry Night" in Berlin.
Lahyas Werk ist in verschiedenen Büchern und Zines veröffentlicht. Auf der Suche nach radikaler sozialer Verantwortung des Herzens und der Tat, ist Lahyas Tun politisch, kollektiv und persönlich. Ihre Arbeiten berühren Privilegien, Dekolonisierung, Heilung, individuelle und kollektive Liebe und Verletzlichkeit. Lahyas Pronomen sind Lahya und bei Bedarf sie/er. Sie wohnt derzeit in Berlin.

© Kibe Wangunyu

Syowia Kyambi

Syowia Kyambi (geb. in Nairobi) ist eine interdisziplinäre Künstlerin und Kuratorin, die in den Bereichen Fotografie, Video, Zeichnung, Sound, Skulptur und Performance-Installation arbeitet. Sie hat einen MFA vom Transart Institute (2020) und einen BFA von der School of the Art Institute of Chicago (2002). In Kyambis künstlerischer Praxis kollabiert die Geschichte mit der Gegenwart – durch die Interventionen von schelmischen und störenden Interlocutory Agents, die das Erbe der Verletzungen durch koloniale Projekte hinterfragen, welche immer noch die breitere politische Konjunktion der Gegenwart rahmen. In ihrer Praxis verwurzelt ist eine tiefe Verbindung mit dem Land, der Erde und der Idee von Heimat. Neben der Ausstellung ihrer Werke in ganz Europa, Afrika und den Vereinigten Staaten hat Kyambi eine Reihe von Auszeichnungen und Short-Listings erhalten, darunter die FT/Oppenheimer Funds Emerging Voices Awards (2016) und den UNESCO Prize for the Promotion of the Arts Award (2004). Zu ihren Künstlerresidenzen gehören PRAKSIS, Norwegen (2019), CAD+SR Italien & Mexiko (2018), HIAP, Finnland (2018), IASPIS, Schweden (2013) und Delfina Foundation, UK (2016). In ihrer kuratorischen Arbeit hat sie mit der Ostrale Zentrum für zeitgenössische Kunst Biennale, Dresden, Deutschland (2019, 2016) und dem Goethe-Institut, Kenia (2012, 2010) zusammengearbeitet und arbeitet mit Kollektiven und einzelnen Künstlern in Ostafrika.
 

Tabita Rezaire

Tabita Rezaire ist die Unendlichkeit, die sich danach sehnt, sich in menschlicher Form zu erfahren. Ihr Weg als Künstlerin, Devotee, Yogi, Doula und baldige Landwirtin ist darauf ausgerichtet, das Göttliche in sich selbst und darüber hinaus zu manifestieren. Als ewig Suchende findet Tabitas Sehnsucht nach Verbindung ihren Ausdruck in ihren dimensionenübergreifenden Praktiken, die die Netzwerkwissenschaften - organisch, elektronisch und spirituell - als heilende Technologien im Dienste des Wandels zum Herzbewusstsein sehen. 
Unter Einbeziehung digitaler, körperlicher und angestammter Erinnerungen gräbt sie in wissenschaftlichen Imaginationen und mystischen Bereichen, um die kolonialen Wunden und energetischen Ungleichgewichte anzugehen, die die Lieder unseres Körper-Geist-Geistes beeinflussen. Durch Bildschirmschnittstellen und Heilungskreise zielt ihr Angebot darauf ab, unser kollektives Wachstum zu fördern und unsere Fähigkeit zur Zusammengehörigkeit zu erweitern. 
Tabita lebt in der Nähe von Cayenne in Französisch-Guayana, wo sie derzeit Landwirtschaft studiert und AMAKABA - ihre Vision für kollektive Heilung im Amazonaswald - ins Leben ruft. Tabita hat sich dem Ziel verschrieben, eine Mutter für die Welt zu werden.

Uriel Orlow

Uriel Orlows Praxis ist forschungsbasiert, prozessorientiert und oft im Dialog mit anderen Disziplinen. Die Projekte befassen sich mit den Überresten des Kolonialismus, räumlichen Manifestationen der Erinnerung, sozialer und ökologischer Gerechtigkeit, blinden Flecken der Repräsentation und Pflanzen als politische Akteure. Seine multimedialen Installationen konzentrieren sich auf spezifische Orte, Mikrogeschichten und Formen des Spuks. In seinen Arbeiten, die sich mit Installation, Fotografie, Film, Zeichnung und Ton befassen, bringt er verschiedene Bildregime und Erzählweisen miteinander in Einklang. 
Uriel Orlows Arbeiten wurden in großen Überblicksausstellungen präsentiert, u. a. 2022 auf der Berlin Biennale, der British Art Show 9, der Kathmandu Triennale 2077 und der Dakar Biennale sowie zuvor auf der 54. Venedig Biennale, der Manifesta 9 & 12, B, der Lubumbashi Biennale VI, der 13. Sharjah Biennale, der 7. Zu den jüngsten Einzelausstellungen gehören Kunsthalle Nairs (2021), La Loge, Brüssel; State of Concept, Athen (beide 2020), Kunsthalle Mainz (2019-2020), Tabakalera, San Sebastian und Villa Romana Florenz (2019), Kunsthalle St. Gallen, Market Photo Workshop Johannesburg und Les Laboratoires d'Aubervilliers Paris (2018).
Zu seinen monografischen Publikationen gehören Conversing with Leaves (Archive Books, 2020), Soil Affinities (Shelter Press, 2019) und Theatrum Botanicum (Sternberg Press, 2018). Uriel Orlow ist Forschungsstipendiat an der University of Westminster London und Dozent an der Zürcher Hochschule der Künste. 
Foto: Masimba Sasa

© Vanessa Eileen Thompson

Vanessa E. Thompson

Vanessa E. Thompson ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in der komparativen Sozial- und Kulturanthroplogie an der Europa-Universität Viadrina Frankfurt/Oder. Sie forscht und lehrt im Bereich der Black Studies (mit besonderem Fokus auf Schwarze soziale Bewegungen), kritischen Rassismusforschung, postkolonialen Feminismen, Polizeikritik und Abolitionismus. Sie hat zu Schwarzen radikalen Theorien und Bewegungen in Frankreich und Europa, Schwarzen abolitionistischen Kämpfen und Fanons Arbeiten publiziert. Sie ist Mitgründerin eines intersektionalen cop-watch Kollektivs, Mitglied in der Internationalen Unabhängigen Kommission zur Aufklärung über den Tod des Oury Jalloh, und ist in internationalen abolitionistischen Bewegungen organisiert. 
 
 

Viyé Diba

Viyé Diba wurde am 31. Dezember 1954 in Karantaba (Senegal) geboren.
Er absolvierte die Ecole Normale Supérieure d'Education Artistique in Dakar und die Villa Arson International Pilot School of Art and Research in Nizza und erwarb ein Postgraduiertenstudium in Geografie an der Universität Nizza zum Thema "Städtische Gesundheit und Ästhetik". Er war Professor an der Nationalen Kunstschule in Dakar, wo er an der Ausbildung mehrerer Generationen von Künstlern beteiligt war.
Seine Werke wurden in zahlreichen Ausstellungen auf der ganzen Welt präsentiert und sind in mehreren individuellen und institutionellen Sammlungen vertreten.
Viyé Diba, Gewinner des Grand Prix Léopold Sédar Senghor auf der Biennale von Dakar 1998, hat seine Suche nach Bedeutung in einem Umfeld fortgesetzt, in dem die natürliche Umwelt und der öffentliche Raum durch verschiedene Formen der Aggression bedroht sind. Indem er Haushalts- und Industrieabfällen neues Leben einhaucht, wird die Wiederherstellung weggeworfener Materialien zu einer Aktion der öffentlichen Gesundheit. Viyé möchte zeigen, wie die Umwandlung gesellschaftlich oder wirtschaftlich nützlich sein kann und wie man daraus einen klaren ästhetischen Wert ableiten kann. Viyé Diba lebt und arbeitet in Dakar.

Wanuri Kahiu

Wanuri Kahiu ist eine kenianische Filmemacherin. Ihr erster Spielfilm FROM A WHISPER, der auf den wahren Ereignissen rund um die Zwillingsbombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania im Jahr 1998 basiert, gewann 2010 beim Pan African Film Festival in Los Angeles den Preis für den besten narrativen Spielfilm sowie fünf Auszeichnungen beim African Movie Academy Award, darunter für die beste Regie und das beste Drehbuch.   
2009 produzierte Wanuri die TV-Dokumentation FOR OUR LAND über die Friedensnobelpreisträgerin Professor Wangari Maathai für den panafrikanischen Kabelsender MNET. 
2010 wurde ihr Science-Fiction-Kurzfilm PUMZI auf dem SUNDANCE-Filmfestival uraufgeführt und gewann daraufhin den Preis für den besten Kurzfilm beim Cannes Independent Film Festival und den Silberpreis beim Carthage Film Festival (Tunesien). Für PUMZI erhielt Wanuri außerdem die Auszeichnung "Citta di Venezia 2010" in Venedig, Italien. 
Derzeit schreibt sie einen Animationsfilm in Zusammenarbeit mit TriggerFish, Südafrika. Wanuri befindet sich außerdem in der Postproduktion eines Dokumentarfilms in Spielfilmlänge GER über den UNHCR-Botschafter Ger Duany, WHO AM I, einem Kurzdokumentarfilm über nationale Identität, und einem teilweise fiktiven Dokumentarfilm über die Indie-Pop-Gruppe JUST A BAND aus Nairobi.  
Wanuri ist Teil von AFROBUBBLEGUM, einem Kollektiv afrikanischer Künstler, deren Ziel es ist, lustige, frivole und heftige Arbeiten zu schaffen.
 

© Emilie Noteris

Yala Kisukidi

Nadia Yala Kisukidi wurde in Brüssel als Tochter eines kongolesischen Vaters und einer französisch-italienischen Mutter geboren. Sie ist außerordentliche Professorin für Philosophie an der Universität Paris 8 Vincennes-Saint-Denis. Yala war von 2014-2016 Vizepräsidentin des Collège International de Philosophie und ist Mitglied des Redaktionskomitees von Critical Time (Duke University), Les Cahiers d'études africaines (CNRS, Ehess) und Multitudes. Sie ist Ko-Kuratorin der Yango II Biennale, Kinshasa / RDC, die im November 2021 und Januar 2022 in Kinshasa stattfinden wird. Yala Kisukidi ist spezialisiert auf französische und afrikanische Philosophie. Sie hat in der Schweiz und in Frankreich gelehrt und war an der Gründung eines Forschungsnetzwerks "Globaler Süden" zwischen Haïti, Frankreich und Kolumbien beteiligt. Sie veröffentlichte Bergson ou l'humanité créatrice (Paris, CNRS, 2013), leitete kollektive Essays ( Afrocentricités (Kisukidi, Guedj dir.) für die Revue Tumultes in 2019 ; Kinshasa Star Line (Kisukidi dir.) für die Revue Multitudes in 2020) und schrieb viele Artikel in französischer und afrikanischer Philosophie. Zurzeit bereitet sie ein Buch über Africana-Philosophie vor (Le Seuil)